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Leserbrief zur Unterschriftenaktion Pro-FELS von IHK und DGB

(erschienen in WiPo und SWA)

 

Unfassbare Unterschriftenaktion

 

Seit die FELS- und Fernstraßenbefürworter befürchten, ihre umfangreichen und teuren Forderungen könnten sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene scheitern, wird heftig Stimmung gemacht. Aber zu welchen Mitteln IHK und Gewerkschaftsfunktionär Willi Brase nun greifen, liegt fernab fairer, demokratischer Spielregeln. Schnell haben die Herren eine Unterschriftenliste aus dem Hut gezaubert, die Formulierungen wie FELS und Fernstraßenanbindung bewusst verschweigt, lediglich von „Verkehrsverbesserungen“ ist die Rede. Nun gehen sie jedoch mit ihrer Liste nicht von Haus zu Haus, um den Menschen ihr Anliegen zu erklären und sie von ihren Ansichten zu überzeugen – nein, das haben die Herren gar nicht nötig. Warum mit den blöden Bürgern sprechen, wenn man doch nur deren Unterschrift braucht? Stattdessen werden die Unterschriftenlisten flächendeckend in den heimischen Unternehmen platziert. Und wenn den Arbeitnehmern auf der einen Seite der Firmenchef und auf der anderen Seite der Gewerkschafter im Rücken steht – ja, wer verweigert dann seine Unterschrift? Aus Angst, auf der Abschussliste zu landen, greifen viele zum Stift. Ob sie tatsächlich wissen, wofür sie da unterschreiben, ist mehr als fraglich. Denn das Blatt gibt keinen Aufschluss, was sich wirklich hinter den Forderungen von IHK und DGB verbirgt. Dass die Arbeiter und Angestellten mit ihren Unterschriften sogar die größten Blockierer von lokalen Verkehrsverbesserungen unterstützen, scheint ihnen nicht bewusst. Angefangen bei Landrat Breuer über Brase bis hin zu Mockenhaupt und Vetter: diese Herren blockieren seit Jahrzehnten alle Konzepte, die bestehenden Straßen ordentlich zu sanieren und teilweise auszubauen (z.B. B62), weil sie stets nach einer Autobahn bzw. dreispurigen Bundesfernstraße geschrien haben (in Hochglanzbroschüren nachzulesen), die aber kaum jemand in der Region haben will! Um nun ein breites Willensbekenntnis der Siegen-Wittgensteiner in ihrem Sinne durchzusetzen, haben sie also diese listige Unterschriftenaktion gestartet. Interessant, dass die FELS-Forderer auf Argumente vollständig verzichten und stattdessen einzig auf Druck und Angst setzen. Da scheint sich unsere Region ja schon dem Wunschland vom Siemag-Vorstandsvorsitzenden  Dr. Mayland anzunähern, der sagte: „In China wäre die FELS innerhalb eines Jahres gebaut“.

Bislang haben sich die Herren damit begnügt, alle diejenigen zu diffamieren, die sich in das Thema eingearbeitet haben und zu anderen Schlüssen gekommen sind, die Verkehrssituation zu verbessern. Eine gleichberechtigte sachliche Auseinandersetzung wurde von ihnen stets vermieden. Dass sie nun aber Menschen unter Druck setzen, in ihrem Sinne eine Unterschrift zu leisten, ist unfassbar. Auch die Bürgerinitiativen haben Unterschriftenlisten erstellt: unter www.fuer-wittgenstein.de sind diese einzusehen. Dort kann man sich auch informieren, für welche Verbesserungen wir uns einsetzen: Reparatur der Schlaglochpisten, Optimierung des Straßenbestands, Verbesserung des ÖPNV (das hätte Herr Breuer ja in der Hand), Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene. Wir wehren uns nicht nur gegen monströse Steuergeldverschwendung im Sinne von IHK, DGB und Landrat, sondern auch gegen deren arrogantes, undemokratisches Vorgehen bei der Unterschriftensammlung. Es kann nicht sein, dass in Zeiten knapper Kassen – wo Kindergärten und Schulen, Gemeinschaftshäuser und Spielplätze, Straßen und Bahnhöfe vor sich hin gammeln – diese grauen Herren mit fraglichen Methoden ihre Konzepte von vorgestern durchboxen und künftigen Generationen einen weiteren Schuldenberg aufzubürden versuchen!

BI "Für Wittgenstein - Heimat ohne Fernstraße"

 

 


 

Leserbrief - Februar 2011

Zum Artikel Standortgespräch mit Landrat Paul Breuer über die Region in Allenbach

 

Es ist gut, wenn Herr Breuer in seiner Eigenschaft als Landrat versucht, bürgernahe Politik zu gestalten. Dass sich nun aber Bürger hinsichtlich der Zukunft unserer Umwelt gegenläufige Äußerungen zum Landrat erlauben, scheint ihm ganz und gar nicht zu gefallen. Demokratie ja, aber bitte nur im Sinne des Herrn Landrats und wenn die Bürger da auf verkehrtem Weg sind, muss eben „in deren Köpfen der Schalter umgelegt werden“, genauso als seien sie leicht zu bedienende Maschinen. Dies aber ist Wunschdenken des Landrates, mündige Bürger funktionieren nicht so einfach.

 

Wir halten es für sinnvoller, wenn man sich mit den Positionen der Andersdenkenden ernsthaft auseinandersetzt, zumindest deren Position vorurteilsfrei anhört. Aber warum soll sich der Landrat Gedanken zum Erhalt der Landschaft machen, wenn doch die vermeintliche Mehrheit der Bürger angeblich für einen solchen Raubbau an der Natur ist? Die vermeintliche Gegnerschaft wird wider besseren Wissens schnell zu einer kleinen störenden Minderheit „selbsternannter“ Naturschützer degradiert und es werden nur solche Zahlen in den Raum geworfen, die diese These stützen. So nannte der Landrat bewusst nur die Zahl von 400 Einzeleinwendern gegen den Bau des 1. Straßenabschnittes T-OU Kreuztal – die 3800 Personen umfassenden Sammeleinwendungen verschweigt er lieber.

 

Liest man die Äußerungen von Herrn Breuer, so könnte man diese Art der Vermittlung als sein Konzept im Umgang mit den gegenläufigen Ansichten von mündigen Bürgern verstehen. Mit einer solchen Darstellung hat Herr Breuer in Allenbach aus unserer Sicht unseriöse Politik gegen Bürger betrieben, mit denen er sich nie auseinander gesetzt hat. Immer wollte er die ganz große Ost-West Verkehrslösung und verhinderte durch Maximalforderung mögliche Fortschritte im Machbaren, ohne Natur und Umwelt großflächig zu schädigen.

Dabei war gerade das Wittgensteiner Land zu keiner Zeit eine Provinz, die verkehrsmäßig nur schwer zu erreichen ist, vielmehr freuen wir uns alle über eine leistungsstarke Wirtschaft dort. Wo, so fragen wir, sind denn eigentlich von Wittgenstein bis Kreuztal die großen Staus? Viele von uns befahren diese Strecke, ohne Staus zu erkennen. Ab Hilchenbach Richtung Osten nimmt die Verkehrsmenge rapide ab, wie alle Zählungen belegen. Im Ferndorftal liegt doch der Anteil am Durchgangsverkehr unter 10 %, was sich dort bewegt, ist im wesentlichen Ziel- und Quellverkehr, der sich dort auch nach einem Neubau weiter bewegen wird. Nur mit einem deutlich verbesserten ÖPNV-Angebot würde man Erfolge erzielen.

Erst ab Ferndorf ist der Verkehr durch jahrelanges Nichthandeln zum zähfließenden Verkehr geworden und im Kreuztaler Stadtzentrum wird es auch trotz eines Baus der Teil-Ortsumgehung zu Verkehrsstockungen kommen.

 

Was wollen denn die Befürworter für eine Schnellstraße bauen? Wurde wirklich darüber nachgedacht, was den schon durch die HTS stark belasteten Bürgerinnen und Bürgern allein in Buschhütten mit diesem Monstrum von Auf- und Abfahrten zugemutet wird. Da war der SPD–Stadtverordnete von Kreuztal doch ehrlich, der sagte, wenn er an dieser vorgesehenen Strecke wohnen würde, würde er auch dagegen sein. Aber nun wohnt er ja woanders. Es trifft ihn nicht und den Landrat trifft es auch nicht. Da heißt es wohl, die dort drum herum wohnen, müssen sich schon daran gewöhnen. Und was die Umwelt belangt, von der gibt es doch genug. Sind unsere Politiker nicht mehr in der Lage, Kompromisslösungen zu entwickeln?

 

Auch der Seitenhieb des Landrates gegen die hiesigen Waldgenossen kann nur als Diffamierung angesehen werden. Die Waldgenossenschaften mögen aus guten Gründen durch den Gesetzgeber begünstigt sein, aber auch der Bürger profitiert davon und erfreut sich gleichermaßen an einem gesunden Wald. Selbst die Wisente benötigen den vom Staat begünstigten Wald.

 

Es tut Not, dem Bürger endlich mal wahrheitsgemäß deutlich zu machen, dass es im Bereich Ferndorf – Kreuztal auch mit der Umgehungsstraße eben nicht weniger Verkehr geben wird. Im Gegenteil, durch eine solche Baumaßnahme wird noch mehr Verkehr angezogen.

 

Wir empfehlen unseren Bürgerinnen und Bürgern, werdet wach, lasst euch nicht von der Vorgehensweise der Straßenbefürworter einlullen. Prüft selbst, was wir unserer Nachwelt an Schulden, zerstörten Landschaften und Straßen, die Mangels Finanzen jetzt schon nicht mehr in einem brauchbaren Zustand sind, hinterlassen. Haben wir ein Recht dazu?

Die Bürgerinitiativen sind nicht Querulanten, die alles an Verkehrverbesserung unterbinden wollen. Im Gegenteil, wir haben sinnvolle Vorschläge unterbreitet, die schon in kurzer Zeit verwirklicht werden könnten und die ohne übermäßige Horrorbeträge zu vernünftigem Verkehrfluss führen würden.

So wie in Stuttgart geschehen, sollten die Verantwortlichen endlich begreifen, auch die Argumente einer angeblichen Minderheit, von der unser Landrat in Allenbach sprach, anzuhören und zu bedenken.

 

Vereinigte Bürgerinitiativen im Kreis Siegen-Wittgenstein

 

 

 


Keine Zustimmung zur Bebauungsplanänderung

GI 2.2 muss einem Gleisanschluss vorbehalten bleiben

 

Was in der Öffentlichkeit als „Erweiterung des Industrie- und Gewerbeparks Schameder“ sowie als „Schaffung eines Holzenergiehofs“ bekannt gemacht wurde, hat leider einen großen Haken. In den Bebauungsplan sind neben den dafür vorgesehenen Flächen (in Richtung Rinthe) auch Änderungen für die Fläche GI 2.2 eingearbeitet worden. Diese befindet sich direkt neben der Eisenbahnstrecke Erndtebrück-Bad Laasphe und ist laut Auskunft von Fachleuten die sinnvollste Möglichkeit für einen Anschluss des Gewerbegebiets an den Schienenverkehr. Lage, Größe und Topographie der Fläche sind ideal, um dort einen Gleisanschluss zu schaffen und das Industriegebiet somit deutlich aufzuwerten. Auch die direkte Nähe zu den Holz verarbeitenden Betrieben, die daran interessiert sind, ihre Güter auch per Bahn zu transportieren, ist begrüßenswert. Wenn es wirklich, wie prognostiziert, zu einem um 70 % erhöhten LKW-Transport in NRW kommen sollte, dürfte der Eisenbahntransport für viele Industriebetriebe eine sinnvolle Alternative werden.

 

Warum in die „Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Nr. 4 in Erndtebrück-Schameder Gewerbe- und Industriepark Wittgenstein“ neben der Erweiterung zum Holzenergiehof ausgerechnet auch eine Umwidmung der Flächennutzung GI 2.2 eingearbeitet wurde, kann nicht nachvollzogen werden. Es kursieren Gerüchte, wonach damit einem bereits ansässigen Unternehmen „ein Gefallen“ getan werden soll, das sich auf dieser Fläche erweitern möchte. Dafür sprechen die Ausnahmen, die mit Hilfe der geplanten Änderung geschaffen werden sollen. Denn grundsätzlich sind dort, um die Bürger vor zu großer Geruchsbelästigung zu schützen, alle „Betriebsarten der Abstandsklassen I bis IV nicht zulässig“ – durch die vorgesehene Änderung sollen aber auf der Fläche GI 2.2 „ausnahmsweise die Betriebsarten Nr. 50 und Nr. 57 der Abstandsklasse IV zugelassen werden“. Dabei handelt es sich um Fabriken zur Herstellung von Basiskunststoffen und um Anlagen zur Beschichtung, Imprägnieren, Kaschieren, Lackieren oder Tränken von Gegenständen u.a. mit Kunstharzen. Für Firmen, die sich in Schameder neu ansiedeln wollen, gilt diese Ausnahme dort nicht.

 

Egal, um welches Unternehmen es sich in diesem Falle handelt, so kann diese Änderungsabsicht nicht hingenommen werden. Das Industriegebiet ist groß genug, um eine adäquate alternative Fläche zu finden, auf der sich das betreffende Unternehmen vergrößern kann. Es darf aber nicht sein, dass dem Interesse eines einzelnen Unternehmens der Gleisanschluss für alle Firmen im Industriepark geopfert wird! Die vielbesagte Verlagerung von Gütern auf die Schiene darf kein Lippenbekenntnis bleiben! Jetzt sind unsere Politiker in den Kommunen gefragt, diese Planungsänderung nicht abzunicken, sondern darauf zu drängen, den Gleisanschluss auf der Fläche GI 2.2 im Bebauungsplan festzuschreiben!

 

Auch wenn es von verantwortlicher Stelle heißt, es käme auch ein anderer Standort für einen Gleisanschluss in Frage, so ist dies nur eine theoretische Möglichkeit, die aber jeder realistischen Grundlage entbehrt. Ein Gleisanschluss, der eben nicht wie GI 2.2 direkt an der bestehenden Bahnlinie verortet ist, würde um ein Vielfaches teurer und würde somit niemals umgesetzt. Das heißt: Wer wirklich daran interessiert ist, LKW-Transporte in Wittgenstein auf die Schiene zu verlagern und damit unsere Ortschaften zu entlasten, der sollte sich dafür stark machen, die Fläche GI 2.2 als Gleisanschlussfläche festzuschreiben und damit den Weg frei zu machen für eine sinnvolle Verkehrsinvestition in Wittgenstein.


Bis zum 14. Februar 2011 können die Planungen im Erndtebrücker Rathaus sowie unter www.erndtebrueck.de/aktuelles eingesehen und Einsprüche dagegen vorgebracht werden. 

 

 


Medienspiegel

 

Da das Projekt FELS/ neue Bundesstraße derzeit wieder häufig in die öffentliche Diskussion kommt, haben wir die aktuellsten Medienbeiträge für Sie zusammen gestellt. Weitere Presseartikel finden Sie unter "Downloads".


 

WDR-Lokalzeit vom 11.09.2010:

 

Keine Schnellstraße mehr in Planung

NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat am Wochenende in Erndtebrück das Aus für die Schnellstraße vom
Siegerland nach Wittgenstein bestätigt. Einen durchgehenden dreispurigen Neubau der Bundesstraße von Kreuztal bis an die hessische Landesgrenze sei nicht mehr Gegenstand der Planung, so der grüne Umweltminster. Straßen NRW habe lediglich den Auftrag für den Ausbau vorhandener Straßen und von Ortsumgehungen

 

Quelle: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/09/11/lokalzeit_suedwestfalen.xml

(dort bitte "Kompakt 1" anklicken, dann kommen Sie direkt zur Meldung)

 

Aktuelle Meldung auf Radio Siegen vom 13.09.2010


Remmel hält FELS für unrealistisch

NRW-Umweltminister Johannes Remmel hält den Bau der Schnellstraße FELS für unrealistisch. Geplant war eine Kette von Ortsumgehungen zwischen Kreuztal und Schameder. Remmel spricht sich dafür aus, statt der Umgehungsstraßen lieber kleinere Verbesserungen vorzunehmen. Beispielsweise einzelne Streckenabschnitte dreispurig auszubauen oder Bahnübergänge zu beseitigen. Das sei kurzfristig umsetzbar und bringe schon die ein oder andere Erleichterung, sagte Remmel im Radio Siegen-Gespräch:

 

Johannes_Remmel_anhoeren_13.mp3

 

 

 

Quelle: http://www.radio-siegen.de/nachrichten/aktuelles/aktuelles.html?no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=15570&tx_ttnews[backPid]=19&cHash=c728ca33df

 

 


"Nein zur Fernstraße" Leserbrief von Eberhard Münker, Kreuztal (SZ 16.9.10)

Lützel ist von der „FELS“ abgebröckelt (WR 3.9.2010)

Ortsumgehungskette: Planerische Schimäre (Der Westen 16.08.2010)

Leserbrief von Alrun Hoffmann-Krönert (Wipo 21.07.2010)

Umstrittener Straßenbau (Der Westen)

Wittgensteiner wollen für bessere Verkehrsanbindung demonstrieren (Radio Siegen 21.6.2010)

Falsches Sparen

Wie Merkel die Verkehrswende torpediert

 

Bericht in der Lokalzeit Südwestfalen vom 07.05.2010




 

 

 

 

10. Mai 2010         Leserbrief zur Berichterstattung über den Stopp der Planungen zur A4/Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach von Frank Schütz

 

Vorbemerkung: Der folgende Text stellt meine persönliche Meinung dar und entspricht auch nicht dem üblichen Stil meiner Stellungnahmen oder der des BUND.  Das Verhalten einiger Politiker und Wirtschaftsvertreter macht  jedoch deutliche Worte nötig.

 

Wider besseren Wissens wird weiter gefordert

 

Der BUND, sowie das gesamte Netzwerk Stop A4, waren  überrascht, dass das erwartete  Aus für die Fernstraßenplanung Olpe-Hattenbach dann doch so plötzlich kam. Entsetzt waren die Gegner dieser Planung jedoch über die Reaktionen der Befürworter. Einige machten äußerst bedenkliche Aussagen.

Wie kann es sein, dass hochkarätige Experten aus der Wirtschaft, deren alltägliche Arbeit darin besteht,  Betriebsabläufe und Investitionen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit zu überprüfen, weiter auf derart unsinnige Forderungen bestehen? Ganz einfach: man fordert gerne etwas, wenn man es nicht selber bezahlen muss.

Die Einschätzung der Straßengegner, die einen Bau in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt hatten, wurde von den Experten im hessischen Verkehrsministerium und im Landesamt für Straßenwesen sowie durch den Bundesminister für Verkehr, Peter Ramsauer, bestätigt.

Wie darf man wohl die Ankündigung von Herrn Spengler von der IHK Kassel verstehen, es müsse weiter „daran gedreht“ werden? Das bedeutet doch im Klartext: man will auf unredliche Weise etwas durchsetzen, was mit rechten Mitteln nicht erreichbar wäre. Und er hat keine Skrupel, das im Fernsehen zu sagen.

Was für ein Verständnis mögen solche Leute von unserem demokratischen System haben? Hier zeigt sich Realitätsverlust, gepaart mit einer  Mentalität, wie sie offenbar auch zur Finanzkrise geführt hat. Weil die  Entscheidung des hessischen Verkehrsministers Posch und die Begründung dazu nicht in die ideologische Welt einiger Leute passen, fordern sie nun, die politische Entscheidung von Bund und Land zu ignorieren und weiterzumachen. Dies trägt deutlich anarchistische Züge.

Ähnlich unqualifiziert hat sich auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, Herr Mockenhaupt, geäußert, als er sagte, man dürfe nicht vergessen, dass eine ökologische Machbarkeit bereits gutachterlich festgestellt worden sei. Das ist die Unwahrheit! Die Machbarkeitsstudie sagt an mehreren Stellen aus, dass es sich darin nur um erste grobe Einschätzungen handele und weitere umfangreiche Untersuchungen nötig seien um zu einem Ergebnis zu kommen. So wird in der Studie auch darauf hingewiesen, dass  einige Sachverhalte noch überhaupt nicht untersucht wurden.

Vielleicht sollten die Befürworter einer solchen Straße, gerade dann, wenn sie in länderübergreifenden Arbeitskreisen sitzen, einfach mal die Studie lesen, dann würden sie nicht solche unhaltbaren Äußerungen machen.

Gerade die jüngst erschienene Standortstudie der IHK-Kassel stärkt eher die Gegner einer neuen Trasse. Darin wird beispielsweise erwähnt, dass die Gewerbesteuer in Kassel 57% über der in Allendorf/Eder liegt. Wenn man dann noch bedenkt, dass ein international tätiges Unternehmen weniger als 1% seiner Kosten für Transporte ausgibt, dann wird doch klar, wie hier Äpfel mit Birnen verglichen wurden um Horrorszenarien entwickeln zu können, für den Fall, dass es zu keinem Bau käme. Weiter hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg mehr als doppelt so viele Pro-Kopf-Übernachtungen wie der zweitplatzierte Landkreis in Nordhessen – ganz ohne A4 oder Fernstraße.

Minister Posch zittert sicher schon vor Angst, weil der Siegen-Wittgensteiner Landrat Paul Breuer sich in der Staatskanzlei in Wiesbaden über ihn beschweren will. Da sieht man doch den Unterschied zwischen einem Staatsmann und einem Provinzfürsten.

Die Netzwerker können ihre Stop A4 T-Shirts nun mottensicher verstauen, bis die Untote A4 wieder aufsteht, um erneut ihr Unwesen zu treiben. Das könnte in 10-20 Jahren wieder der Fall sein. Aber bis dahin wird der Staat so pleite sein, dass wir schon mit einem vollen Magen und einem Dach über dem Kopf zufrieden sein werden. Und die Träumer vom ewigen Wachstum werden sagen, hätten wir die A4 gebaut, dann ginge es uns heute besser.

Frank Schütz, Somplar


 


 

Donnerstag, 6. Mai 2010: Leserbrief zu den IHK-Forderungen

 

Die A4/Bundesfernstraße ist Schnee von gestern

 

Unglaublich, mit welch veralteten Mittelchen die IHK den Anforderungen der Zukunft entgegentreten will: Eine Fernstraßenverbindung – von der IHK und ihren politischen Gönnern auch gerne „Entwicklungsachse“ genannt – soll angeblich das Allheilmittel für strukturschwache Räume sein. Dass sie damit auf dem völlig falschen Dampfer ist, weil die Probleme der Zukunft ganz anders gelöst werden müssen, haben viele Menschen längst erkannt. Sogar in den Ministerien kehrt Vernunft ein. Der hessische Verkehrsminister und vehemente Straßenbefürworter Dieter Posch (FDP) hat erkannt, dass das Projekt A4/Bundesfernstraße nicht sinnvoll ist. Er verkündete am Mittwoch das AUS aller Planungen! Und erntete dafür Lob von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum eventuellen Nutzen. Zusätzlich hat der massive Widerstand aus der Bevölkerung dazu beigetragen, die Pläne endgültig zu kippen. Na guten Morgen IHK. Auf welchem Stand der Dinge fordert diese Interessenvereinigung eigentlich vor sich hin? Es wird Zeit, dass wir in Wittgenstein und den angrenzenden Regionen zukunftsfähige Konzepte z.B. zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien, zur Verlagerung von Gütern auf die Schiene, zur Bildungssituation und zur Infrastrukturverbesserung erarbeiten – und zwar gemeinsam. Einseitige Forderungen bringen nichts und helfen niemandem. Unsere Region hat die Chance, mit guten Ideen und schnellem Handeln Maßstäbe zu setzen. Das geht im Einklang mit der Natur – Ökologie und Ökonomie sind schon lange keine Gegensätze mehr! Selbst die Berater unserer amtierenden Bundesregierung empfehlen den politischen Akteuren, dass Atomkraft, auch als Brückentechnologie, unverantwortlich ist und stattdessen erneuerbare Energien gefördert werden müssen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder – und unsere Region kann davon profitieren, wenn wir nur wollen. Wir wollen!

 

Bürgerinitiative Für Wittgenstein – Heimat ohne Fernstraße

 

 



 

 

Naturschutz aktuell
NABU-Pressedienst Hessen
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Herausgeber: NABU Landesverband Hessen – Naturschutzbund Deutschland –
Friedenstr. 26, 35578 Wetzlar
Ansprechpartner: Berthold Langenhorst, Pressesprecher
Tel.: 06441- 67904-17× Fax: 06441-67904-29 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Nr. 35/10 ---- 6. Mai 2010

 
Naturschutz / Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach
Unnachgiebiger Widerstand führte zum Erfolg


NABU Hessen und Netzwerk „Stop-A4“ begrüßen das Ende der A4
Wetzlar / Marburg. Der NABU Hessen und das Netzwerk „Stop-A4“ begrüßen die klare
Entscheidung des hessischen Verkehrsministers Dieter Posch gegen den geplanten Fernstraßenbau
zwischen Olpe und Hattenbach. „Der unnachgiebige Widerstand vieler Naturschutzverbände
und regionaler Bürgerinitiativen hat entscheidend zur Beerdigung
des unsinnigen Straßenprojektes beigetragen“, freut sich Hartmut Mai, Landes-
Geschäftsführer des NABU Hessen über das Ende der A4-Planungen. „In seiner Begründung
für die Absage des Bauprojektes hat der Verkehrsminister bestätigt, was wir
immer gesagt haben: Das Verkehrsaufkommen ist zu gering und die Fernstraße ist nicht
finanzierbar“, ergänzt Dr. Anne Archinal, Sprecherin des Netzwerks „Stop-A4“.
Das Netzwerk „Stop-A4“, dem über 50 Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen und Parteigliederungen
angehören, hatte mit vielen Öffentlichkeitsaktionen für die Beendigung der Natur
zerstörenden Planungen gekämpft. Bei der Aktion ‚Widerstandseichen‘ pflanzten die Straßenbaugegner
überall entlang der geplanten Trasse junge Eichen als sichtbares Zeichen gegen
den Bau der Fernstraße. Noch im April hatte der NABU eine Widerstandseiche in Frankenberg
in die Erde gesetzt. „Die Widerstandseichen sollen auch künftig Mahnmale gegen die
Zerstörung der Natur durch Straßenbauprojekte sein.“, sagte Mai. „Sie sollen uns für die
nächsten 300 Jahre daran erinnern, die schon mehrmals totgesagte A4 nie wieder aus der Versenkung
zu holen“.
„Die zahlreichen Informationsabende in der ganzen Region zwischen Kreuztal, Bad Berleburg,
Erndtebrück, Frankenberg und Alsfeld haben gezeigt, dass sich die große Mehrheit der
Bevölkerung gegen das Projekt gestellt hat. Wir konnten mit Sachargumenten überzeugen.
Der Bau der A4 hätte nicht nur den Naturreichtum der Region als Basis des sanften Tourismus
zerstört, sondern wäre angesichts des nicht vorhandenen Verkehrsbedarfs und der immensen
Baukosten von bis zu 1,8 Mrd. € nicht vertretbar gewesen“, so der Verkehrsreferent

Naturschutz aktuell
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des NABU Hessen, Wulf Hahn aus Marburg. Dr. Anne Archinal aus Wetter ist erleichtert darüber,
dass die großen, noch weitgehend unzerschnittenen Natur- und Erholungsräume Rothaargebirge,
Burgwald und Schwälmer Land erhalten blieben. Der Verkehrsminister könne
sich jetzt dafür einsetzen, der Region schnellere Internetverbindungen zur Verfügung zu stellen.
Damit schaffe er eine sinnvolle überregionale Anbindung Nordhessens.
Für Rückfragen:
Wulf Hahn, NABU-Verkehrsreferent, Tel.: 06421-686900, Mobil: 0174 -9814839

 

 


 


 

Medieninformation: Gewalt statt Argumentation

 

Stünzel, 31. März. Die Aggressionen, die den Kritikern des geplanten Fernstraßenbaus entgegengebracht werden, nehmen zu. In Stünzel, wo die Bürgerinitiative „Für Wittgenstein – Heimat ohne Fernstraße“ im Oktober zwei Bäume als Zeichen für den friedlichen Widerstand gegen die Fernstraßenpläne der Landesregierung gepflanzt hatte, sind innerhalb kurzer Zeit bisher unbekannte Täter mit roher Gewalt ans Werk gegangen. Die junge Linde wurde bereits kurz vor dem Jahreswechsel abgeknickt, jetzt wurde die Widerstandseiche wahrscheinlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag zerstört.

Die Besitzerin des Grundstücks, die somit auch Eigentümerin der beiden wertvollen Bäume ist, hat bereits Anzeige erstattet. Ihr ist ein Schaden von mindestens 700 Euro entstanden, die Polizei ermittelt. Die Bürgerinitiative sieht diese Taten im Zusammenhang mit den andauernden verbalen Attacken einiger Kommunalpolitiker. „Wer uns bei jeder Gelegenheit vorwirft, wir würden Lügen verbreiten, ohne dies belegen zu können, kann sich spätestens jetzt überlegen, was er mit solchen bewussten Tiefschlägen anrichtet“, erklären die Sprecher von Für Wittgenstein. Wer keine Argumente mehr habe, greife zu härteren Mitteln wie Sachbeschädigung. Die Bürgerinitiative wünscht sich von den Straßenbau-Befürwortern, dass sie sich auf sachliche Diskussionen beschränken.  „Nur so können wir zu guten Lösungen für Wittgenstein gelangen“. Zu konstruktiver Kritik müsse jeder in der Lage sein, der die Zukunft unserer Heimat gestalten wolle.

Somit sollten sich alle Kommunalpolitiker sowie Landrat Paul Breuer angesprochen fühlen, ihre populistischen Vorwürfe zu überdenken und bestenfalls öffentlich richtig zu stellen. Die Bürgerinitiative, die schon mehrfach Informationsveranstaltungen zu den Straßenplanungen in Wittgenstein organisiert hat, hat auch dafür gesorgt, dass in den Gemeinderäten Informationen ankamen, die von Landrat und Landesregierung bisher nicht weitergegeben worden waren. Anstelle eines Danks dafür haben einige Vertreter der örtlichen Parteien die engagierten Bürgerinnen und Bürger beschimpft und der Lüge bezichtigt. Was daraus werden kann, kann man sich nun in Stünzel ansehen. Dort wird die ramponierte Eiche als Mahnmal stehen bleiben, weitere Bäume sollen gepflanzt werden.




Ich moechte hier die Gelegenheit nutzen um ein paar Gedanken und Anmerkungen zu den Leserbriefen, die ja in den letzten Tagen so zahlreich in verschiedenen Zeitungen erschienen sind, los zu werden.

Ich hatte urspruenglich auch einen Leserbrief vorbereitet, den ich aber letztendlich dann doch nicht abgeschickt habe.

Ich habe Verstaendnis dafuer, dass einige Kommentare, Leserbriefe oder Berichterstattungen fuer manche einen bitteren Beigeschmack hatten und vielleicht sogar den Einen oder Anderen aus der Fassung gebracht haben. Vielleicht sollte man dann ein oder zwei Naechte darueber schlafen, bis sich die Emotionen ein wenig gelegt haben, bevor man mit einem Leserbrief darauf reagiert.

Was allerdings in den letzten Tagen an Leserbriefen in den Zeitungen veroeffentlich wurde, traegt definitiv nicht dazu bei, konstruktiv an der Diskussion "Pro-Contra FELS"  teilzunehmen.

Ich moechte hier nicht zu einzelnen Leserbriefen Stellung nehmen. Jedenfalls haben sie mich zu dem Entschluss gebracht, keinen Leserbrief in der Zeitung zu veröffentlichen, da ich mich nicht an einer Schlammschlacht beteiligen moechte.

Sich jetzt gegenseitig zu beschimpfen oder anzugreifen, fuehrt zu nichts und bringt uns alle, also die Befuerworter und die Gegener der FELS, nicht weiter.

Man sollte, egal was bisher so alles geschrieben wurde, dennoch versuchen den Dialog zu suchen, damit wir gemeinsam eine bessere, sinnvolle und fuer Mensch und Natur ertraegliche Verkehrsanbindung in Siegen-Wittgenstein erreichen koennen.



Edgar Kuhly im April 2010

(Webmaster www.fuer-wittgenstein.de)

 

 


 


Aktuell wird auf der Presseseite der direkte Download der Zeitungsberichte nicht mehr angeboten.


Die Berichte sind nun unter der Rubrik  Downloads zu finden.

 

 



 
Noch eine kleine Anmerkung zu den Berichten von der Pflanzung auf dem Stünzel in der Siegener Zeitung und im WWA:
es wurde von Planungen einer Großveranstaltung "Auf dem Roten Platz" berichtet. Hier dreht es sich allerdings nicht um den "Roten Platz" in
Berlin, sondern in Kreuztal.

Anmerkung zum Kommentar aus der Westfalenpost vom 13. Oktober 2009:
warum Herr Karl-Peter Rasche (Chefredakteur der Westfalenpost in Bad Berleburg) den
Ton um die Diskussion über die Ferndorf-Eder-Lahn-Straße (FELS) derart verschärft, ist mir
persönlich völlig unverständlich. Man könnte meinen Herr Rasche hätte einen eigenen
Nachteil davon wenn die Fels, so wie geplant, nicht gebaut würde.

Edgar Kuhly (Webmaster www.fuer-wittgenstein.de)


Herr Rasche stellt sich in seinem Kommentar ein persönliches Unkenntnis-Zeugnis aus. Hätte er zum Thema Fernstraße auch nur minimal recherchiert, so wüsste er, dass es durchaus Fakten gibt. So liegt jeglichen Planungsansätzen die Machbarkeitsstudie von Decker (2007) zugrunde, die - gemeinsam mit einigen Umweltuntersuchungen - einen ganz klaren Korridor für die Straße ausweist. Innerhalb dieses Korridors kann es zu Abweichungen von ca. 500 Metern nach rechts oder links kommen. Führt man sich dann die entsprechnde Topographie vor Augen, so bleibt den Straßenplanern meist nicht viel Spielraum, die Trasse deutlich zu verlegen.

Insofern stellen wir ganz sicher keine Unwahrheiten dar, wenn wir Fotomontagen erstellen, die den möglichen Verlauf der Straße zeigen. Zumal wir auch grundsätzlich auf die Machbarkeitsstudie hinweisen. Im Gegenzug muss man die Urheber der Planung fragen, wo denn sonst die Straße  verlaufen soll, wenn nicht innerhalb des Planungskorridors! Und ein Hinweis sei erlaubt: Eine Straße, die man nicht sieht, gibt es nicht.

Dass sich der Chefredakteur der selbsternannten "Heimatzeitung" so vor den Karren der Fernstraßenforderer spannen lässt, ist zwar bedauerlich, aber mit Blick auf sinkende Abonnementszahlen nicht mehr wirklich erstaunlich. Peinlich ist allerdings, dass er seine Unwissenheit auch noch mit Stolz vor sich herträgt. Dass er künftig dieses Straßenprojekt kritisch begleiten will, können wir unsererseits eher als Unwahrheit enttarnen. Uns der Lüge zu bezichtigen, ist zwar recht unverschämt, aber wir kennen ja die Hintergründe...
Wir sind Wittgensteiner, die sich neben ihren Alltagsaufgaben mit der Straßenplanung befassen müssen, weil die Planer ihre Informationen zurückhalten. Da wäre es eigentlich Aufgabe der Journalisten, sich der Aufklärung anzunehmen. Für Herrn Rasche scheint es aber bequemer zu sein, sich im Schoße von Paul Breuer und der IHK wiegen zu lassen, statt die Ärmel hochzukrempeln und mit der Arbeit zu beginnen. Wenn alle Zeitungen so vorgingen, würden wir Leserinnen und Leser wohl erst über die Straßenpläne informiert, wenn die Bagger schon in den Startlöchern stehen...

Festzuhalten bleibt: Durch die Parallelforderung von Paul Breuer nach einem A4-Lückenschluss/ Bundesfernstraße und den Ortsumgehungen (FELS) ist in den vergangen Jahrzehnten in Wittgenstein in Sachen Straßenbau gar nichts vorangegangen. Jetzt will er uns gemeinsam mit der IHK weiß machen, dass in Wittgenstein die Lichter ausgingen, wenn die Fernstraße nicht gebaut wird. Diese würde mindestens 2 Milliarden Euro verschlingen - Geld, das an anderer Stelle viel nötiger gebraucht wird.

Lasst uns lieber dafür sorgen, dass der Verkehr auf den bestehenden Strecken flüssiger gemacht wird. Das ist kurzfristig umsetzbar und bezahlbar und würde nicht noch zusätzlichen Fernverkehr in unsere Heimat führen. Ein Beispiel: Die Pläne für den Ausbau der B62 liegen in den Schubladen der Straßenplaner, sie dürfen diese aber nicht rausholen, solange die Fernstraße "vorüberlegt" wird. Das sind Dinge, die Herr Rasche mal kommentieren könnte.

Aber als Optimistin möchte ich Francis Picabia zitieren: "Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann." Und das ist wahrlich nicht böse gemeint!

Alrun Hoffmann-Krönert (Mitglied des Sprecherteams der BI)
Dienstag, den 19. April 2011 um 20:01 Uhr

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